Jonas Lüscher: Kraft (2017)

Der Rhetorikprofessor Richard Kraft steht vor seiner zweiten Scheidung und muss dringend eine Geldquelle an Land ziehen, um die auf ihn zukommenden Alimente bezahlen zu können. Da kommt ihm ein philosophischer Wettbewerb aus Silicon Valley wie gerufen, der eine Million Dollar demjenigen verspricht, der die beste Antwort auf die auf Leibniz (18. Jh.) aufbauende Frage liefert, weshalb wir in der besten aller Welten leben – aber wie wir sie dennoch verbessern können. Im Laufe des Romans erfahren wir, wie der junge Kraft in den achtziger Jahren gegen den rebellischen Mainstream der linken Jugend opponiert und sich an Helmut Kohls Neoliberalismus ausrichtet. Da steckt einiges an politischer Recherche drin, was sich je nach Interessenlage recht spannend liest. Unterhaltsam sind auch die Liebes- und Ehegeschichten oder die Passagen mit seinem Freund, der als Begleiter einer ungarischen Schachmannschaft den Eisernen Vorhang überwindet. Eine Art Höhepunkt bilden seine Erlebnisse in der Stanford University, wo er unter anderem mit einem ungebrochenen kalifornischen Optimismus und einer Technik- und Machbarkeitseuphorie à la The Circle konfrontiert wird. (Bild)

Leseprobe

Rezensionsüberblick

Rezension ZEIT 2017

Rezension WOZ 2017

Rezension SZ 2017

Rezension NZZ 2017

Interview mit Lüscher (Sternstunde Philosophie)

Besprechung im Literaturclub (von Minute 13:00 an)

Gottfried von Straßburg: Tristan [und Isolde] (1210)

Das so berühmte wie umfangreiche Epos ist ein Skandalon des Hochmittelalters – und ein Beweis dafür, dass MDMA, besser bekannt unter den Namen Ecstasy, bereits vor 800 existiert haben könnte – und zwar mit anhaltender Wirkung. Im Zentrum steht die ungehörige Mésalliance zwischen der irischen Prinzessin Isolde, die König Marke versprochen ist, und Tristan, Markes Neffen. Der Trick, diesen für die damalige Leserschaft ungehörigen Fauxpas überhaupt aufs Papier und in Umlauf bringen zu dürfen, liegt eben in der Erfindung des oben angedeuteten ominösen Liebestranks. Salopp gesagt: Kann man mich für mein Handeln haftbar machen, wenn ich KO-Tropfen verabreicht bekam? (Bild)

Überblick

Intro

Der ganze Text

Rezension ZEIT 1979

Präzise & ausführliche Inhaltsangabe und Figurenübersicht

›Der Liebestod‹: Das Ende der gleichnamigen Oper von Richard Wagner in Bayreuth 1995 (Regie: Heiner Müller)

›Liebesnacht‹: aus derselben Fassung von Heiner Müller 1995

Die gesamte Oper (nur Ton)

Die gesamte Oper 1981 (Musikalische Leitung: Daniel Barenboim)

Lukas Bärfuss: Öl (2009)

Eine moderne Goldgräbergeschichte, die vom Fremdsein, von Gier, Gewalt und einer kriselnden Beziehung erzählt: Die »messerscharfe Anatomie einer Gewissens- und Seelenzerrüttung« (nachtkritik). Den Geologen Herbert und seine Frau Eva hat die Suche nach Erdölvorkommen in ein namenloses Land in der Taiga verschlagen. Während er auf der Suche nach Erfolg stets außer Haus ist, sitzt Eva einsam im Goldenen Käfig ihrer heruntergekommenen Wohnung und ist zum Warten verdammt. Die einzige, an der Eva ihre Wut und Verzweiflung loswerden kann, ist die hilflose Hausangestellte Gomua. Dann taucht eine junge Frau auf, die sich als Bekannte einführt und sich in das Vorhaben des Ehepaars einmischt. Bild: Susanne Wolff und Nina Hoss in Stephan Kimmigs Uraufführung am Deutschen Theater Berlin 2009.

Einführung

Rezension der Uraufführung, Frankfurter Rundschau 2009

Blogrezension der Uraufführung im Deutschen Theater 2009

Portrait des Autors anlässlich der Uraufführung WELT 2009

Roland Schimmelpfennig: Der Goldene Drache (2009)

›Der Goldene Drache‹ heißt das Asia-Schnellrestaurant, dessen Personal sich in einer Parallelwelt der Immigranten bewegt. Im Stile einer Parabel vermeidet das Stück billigen Sozialkitsch und zu viel dramatischen Realismus. In kurzen, bitterkomischen Episoden erzählt es von den dunklen Seiten unserer globalisierten Welt, von Ausbeutung, Gier, Illegalität und Brutalität. Bild: Szene einer Inszenierung am Deutschen Theater Berlin 2012 (Regie: Brit Bartkowiak).

Einführung

Rezension einer Inszenierung am Wiener Burgtheater 2009 WELT

Blogrezension der Inszenierung am Wiener Burgtheater 2009

Trailer einer Inszenierung am Schauspielhaus Graz 2011 (Regie: Sarantos Zervoulakos)

Trailer einer Inszenierung am Akademietheater Mannheim 2013

Simon Strauß: Sieben Nächte (2017)

Ein Mann Ende Zwanzig verzweifelt an der Aussicht auf ein herkömmlich moderates Leben als erfolgreicher Mitbürger einer Leistungsgesellschaft und will seine Jugend, deren Intensität und Emotionalität ins nächste Jahrzehnt retten. Ein Freund schlägt ihm vor, jede Nacht eine der sieben Todsünden auszuleben und darüber zu schreiben: Hochmut,Völlerei, Faulheit, Habgier, Neid, Wollust, Jähzorn. Ein wütendes kleines Buch über die Sehnsucht nach tiefen Gefühlen und einem authentischen Leben jenseits der dreißig, geschrieben in einer hinreißenden Sprache und mit viel Zug & Verve.

Überblick

Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2017

Rezension SPIEGEL 2017

Rezension Berliner Zeitung 2017

Rezension Deutschlandfunk 2017

Blogrezension 2017

Videorezension 2017

Lesung des Autors

Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts (2011)

Der Roman umfasst vier Generationen einer Familie, deren Geschichte eng mit derjenigen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR, 1948-1989) verwoben ist. Kaleidoskopartig und multiperspektivisch erzählt, springt er von Zeitebene zu Zeitebene zwischen 1952 und 2011. Auf diese Weise lernt man ganz unterschiedliche Lebenskontexte kennen und entwickelt ein Verständnis für die Figuren. Bild: Literaturclub, 2011.

Überblick

Rezensionsübersicht

Inhalt & Analyse

Rezension FAZ 2011

Rezension Leipziger Volkszeitung 2011

Videorezension ZEIT 2011

Trailer der Verfilmung 2017 (Regie: Matti Geschonneck)

Rezension der Verfilmung ZEIT 2017

Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz (1929)

Der Psychiater Döblin schleift seinen Protagonisten Franz Biberkopf durch die wabernde Metropole und das Milieu der Halbseidenen: Ganoven, Schieber, Dirnen und jede Menge Existenzen am unteren Rande der Gesellschaft bevölkern den multiperspektivisch erzählten Roman. Biberkopf, nach vier Jahren wegen Totschlag frisch aus der Haft entlassen, will nun rechtschaffen werden. Das misslingt ihm aber gründlich, denn im Grunde ist er so anfällig wie eh und je auf krumme Gestalten und krumme Touren. Besonders Reinhold, ein stotternder notorischer Frauenverbraucher mit mephistophelischer Natur, hat es ihm angetan. Dass Franz dessen abgelegte Freundinnen übernimmt, ist nur der Anfang. Bild: Umschlag der Erstausgabe, das verdeutlicht, dass Döblin ganz nach Brechtscher Manier das Ende der Fabel vorwegnimmt.

Überblick (auch hier)

Inhaltsangabe entlang der 9 Bücher (=Kapitel) des Romans

Inhalt & Analyse

Das siebte Buch als Leseprobe

Viedeoempfehlung eines jungen Lesers 2015

Trailer der Verfilmung durch Fassbinder 1979

Erste Folge der Fassbinder-Verfilmung 1979

Eine weitere Folge der Verfilmung durch Fassbinder 1979

Kurzes Interview mit Rainer Werner Fassbinder

Stills aus Fassbinders Verfilmung mit Peer Rabens Filmmusik (auch hier)

Hanna Schygulla (alias Eva) über die Fassbinders Verfilmung

Gottfried John (Reinhold) über die Verfilmung

Günter Lamprecht (Biberkopf) über die Verfilmung

Ernst Jünger: In Stahlgewittern (1920)

Ernst Jünger verarbeitet in diesen Aufzeichnungen im Stil eines Tagebuchs seine Erfahrungen als junger Mann an der Front im Ersten Weltkrieg. Nüchtern beschreibt er den grausamen und teilweise grotesk banalen Alltag des Stellungskrieges: unzählige Schlachten, das unaufhörliche Sterben seiner Kameraden, die vielen eigenen Verletzungen. »Ich war im Kriege immer bestrebt, den Gegner ohne Hass zu betrachten und ihn als Mann seinem Mute entsprechend zu schätzen. Ich bemühte mich, ihn im Kampf aufzusuchen, um ihn zu töten, und erwartete auch von ihm nichts anderes. (…) Wenn mir später Gefangene in die Hände fielen, fühlte ich mich für ihre Sicherheit verantwortlich (…).« Der nüchterne Tonfall, mit dem Jünger den Krieg wie ein Naturereignis darstellt – und nicht wie die Folge menschenverachtender bellizistischer Politik –, brachte dem Autor zeit seines Lebens viel Kritik ein. Bildquelle

Überblick

Ausführliche kritische Auseinandersetzung mit psychoanalytischem Ansatz

Der ganze Text in einer Fassung von 1922

Detaillierte gegliederte und erläuterte Analyse eines Abschnitts zur Schlacht bei Cambray mit Vermerken und Erklärungen, Blogbeitrag 2014

Rezension der historisch-kritischen Ausgabe, Frankfurter Rundschau 2014

Beitrag zu Ernst Jünger und dem Ersten Weltkrieg, literaturkritik.de 2014

Rezensionsübersicht zur Ausgabe der historisch-kritischen Fassung 2014

Rezension der historisch-kritischen Ausgabe, Deutschlandfunk 2014

Rezension der historisch-kritischen Ausgabe, Kulturmagazin Zeitnah 2014

Kritische Rezension Welt 2013

Trailer einer Theaterfassung Theater Impuls 2015

Doku über Jünger 1977

Diskussion im Literaturclub 2016

Frank Wedekind: Die Büchse der Pandora (1902/04) und Lulu (1913)

Die Tragödie in drei Akten erzählt auf drastische Weise vom sozialen Abstieg der schönen Lulu, die im Vorgängerstück ›Erdgeist‹ (1895) im Stile einer Femme Fatale die Herzen mehrere Männer und Frauen erobert und den sozialen Aufstieg geschafft hatte. 1913 fasste Wedekind die beiden Stücke in dem 5-Akter Lulu zusammen. Der Autor hat seine weibliche Hauptfigur als Projektionsfläche gestaltet, ein weibliches Triebwesen, das sich in einer von Männern dominierten Welt einen Platz an der Sonne zu erobern versucht: »In meiner Lulu suchte ich ein Prachtexemplar von Weib zu zeichnen, wie es entsteht, wenn ein von der Natur reich begabtes Geschöpf […] in einer Umgebung von Männern, denen es an Mutterwitz weit überlegen ist, zu schrankenloser Entfaltung gelangt.«
Überblick

Inhalt & Analyse

Vollständiger Text

Inhalt & Analyse zum Folgedrama Lulu (1913)

Materialien inkl. exemplarischen Textanalysen (inkl. Erdgeist)

Aufsatz zur inszenierten Weiblichkeit in Lulu

Rezension einer Inszenierung von Lulu im Berliner Ensemble 2011

Stummfilm von Georg W. Pabst

Trailer zu einer Verfilmung von Lulu (von Uwe Janson, mit Jessica Schwarz, 2006)

Trailer Wuppertaler Bühnen 2011

Trailer Nationaltheater Mannheim 2012

Trailer Landestheater Linz 2012

Trailer Theater Chemnitz 2013 (inkl. erklärendem Off-Kommentar)

Trailer Schauspiel Leipzig 2013

Trailer Tanzstück Lulu Halle 2015

Trailer Salzburger Landestheater 2017

Trailer Schaubühne Berlin zu Lulu – Die Nuttenrepublik 2010

Trailer einer Inszenierung von Alban Bergs gleichnamigen Oper Lulu 2014

Robert Seethaler: Der Trafikant (2012)

Zeitreise ins Jahr 1937: Franz, 17, zieht von seiner Mutter auf dem Land in die große Stadt Wien, um Geld zu verdienen und das Leben kennenzulernen. Als Aushilfe in einem Kiosk (=Trafik) lernt er die Kunden kennen, unter anderem den weltberühmten Psychoanalytiker & Zigarrenraucher Sigmund Freud. Das trifft sich gut, denn die etwas ältere Anezka hat Franz den Kopf verdreht, da könnte ein wenig Beratung nicht schaden. Während er mit seinen Gefühlen klarzukommen versucht, nehmen die kleinen Hitlers immer mehr Raum ein. In zwei Jahren wird der Krieg beginnen. Viel Freud und Leid und Politik also, etwas salopp ausgedrückt.

Überblick

Inhalt & Leseprobe

Inhalt & Kommentar

Rezensionsübersicht

Rezension FAZ 2012

Rezension NZZ 2013

Rezension Literaturblog 2013

Rezension n-tv 2013

Rezension LSD 2016

Besprechung Literaturclub SRF 2013

YouTube-Empfehlung einer jungen Leserin 2016