Doris Knecht: Gruber geht (2011)

Für den Mittdreißiger Gruber ist der Begriff des ›Mansplaining‹ erschaffen worden: Ein Alleswisser, ein unmöglicher Macho, der sich gerne als »Mover und Shaker« sieht: Er ist »Porschefahrer, Businessmann, Aufreißer, Wiener. Einer, der eigentlich weiß, dass er sich schon überlebt hat. Ein Macker vom alten Schlag, fern jeglicher Weinerlichkeit. Jammern gibt es für einen wie Gruber nicht. Ärzte sind „etwas für Luschen. Für Leute, die sonst kein Leben haben. Für schwache Leute. Feige Leute. Kinder.“ Blöd nur, dass ausgerechnet Gruber dann Krebs bekommt.« (ZEIT) Knecht erzählt mit viel Verständnis für die schwachen starken Kerle, mit viel Schmackes und sprachlichem Witz. Bild: Manuel Rubey und Bernadette Heerwagen in der Verfilmung von Knechts Erstling (Regie: Marie Kreutzer, 2015)

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Leseprobe

Rezension ZEIT 2011

Blogrezension 2016

Rezension Tagesanzeiger 2011

Interview mit der Autorin (falter 2011)

Trailer der Verfilmung (2015)

Stefan Zweig: Angst (1920)

Aus Neugier und einem diffusem Überdruss am gewohnten Familienleben lässt sich eine noch junge Frau und Mutter zweier Kinder auf ein Abenteuer ein. Dann wird sie von einer Frau erpresst, die sich als die Freundin des Liebhabers ausgibt, und fürchtet fortan, die Affäre fliege auf. Spannend erzählte Novelle inkl. Plottwist. Bild: Szene einer Bühnenfassung.

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Inhalt und Kommentar

Der ganze Text

Kurzfassung goes Playmobil

Blogrezension 2011

Rezension einer Bühnenfassung 2010

Stummfilmversion (1928)

Trailer einer Bühnenfassung in Erlangen 2012

Wilhelm Genazino: Das Glück in glücksfernen Zeiten (2009)

Wie findet man nachhaltiges Glück? Und wie geht man durch sein Leben, wenn die Antwort ausbleibt? Der Protagonist ist vierzig, hat seit 14 Jahren einen Doktortitel in Philosophie, arbeitet aber in der Teppichetage einer Wäscherei und läuft mit einer melancholischen Grundstimmung durch sein abgetretenes Leben. Abgetreten, weil Karriere und große Ziele für ihn noch nie eine Rolle spielten; er findet das Glück eher in kleinen Dingen. »Sein Problem: Er möchte gerne etwas erleben, was der Zartheit seiner Seele entspricht, aber stattdessen ist er immerzu ›dem Zwangsabonnement der Wirklichkeit ausgeliefert‹.« (FAZ) Nun gerät er in eine Krise, weil seine Lebenspartnerin auf Nachwuchs drängt. (Bild)

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Leseprobe

Inhalt & Kommentar

Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2009

Rezension FAZ 2009

Blogrezension 2009

Der Autor liest an der Buchmesse einen Auszug vor (2009)

Franz Grillparzer: Der arme Spielmann (1831/48)

Die Novelle erzählt die Geschichte eines Straßenmusikers ohne viel Talent und ohne Glück im Leben und in der Liebe. Die Rahmenhandlung: Der Ich-Erzähler sieht auf einem Volksfest den alten Geiger Jakob, der kaum Zuhörer hat. Jakob erzählt ihm, wie es dazu kommen konnte, dass sein Leben scheiterte, das vielversprechend begann. Es geht um den Konflikt mit dem reichen Vater, um Betrug, um die eigene Ungeschicklichkeit, die unerfüllte Liebe zur Bäckerstochter Barbara und von seine misslungenen Versuche, die großen Meister nachzuspielen. Gemäß dem Zeitgeist der (früh-)realistischen Epoche wird der Mensch bereits als ein gebrochenes und durch seine Umwelt vielfach bedingtes Wesen gesehen. (Bild)

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Der ganze Text

Inhalt und Interpretation

Zusammenfassung

Inhalt & Analyse (Prezi)

… noch eine Prezi

Hintergrund, Biographie, Analyse

Blogrezension 2016

Hörbuchversion

Christian Kracht: 1979 (2001)

Halb Reisebericht, halb Bildungsroman, schreibt die NZZ. Aber was für ein seltsamer: Ein wohlstandsverwahrloster deutscher Dandy und Intellektueller kommt auf den Hund – zuerst im Orient, dann in Fernost. Er gerät mit seinem Freund 1979 ins revolutionäre Teheran (als Khomeini Iran zum islamischen Staat macht), verliert den Freund und begibt sich als Pilger nach Tibet, erfährt auf spirituellen Wegen eine erste Ahnung von innerer Freiheit, und endet schließlich als Häftling in China. Eine Absage an die westliche Konsumgesellschaft? Ein Dokument bewusster Selbstauflösung eines westlichen Flachdenkers? Krachts Roman erscheint ausgerechnet 2001, als mit dem Angriff auf das World Trade Center Vertreter des radikalsten Islamismus dem Westen und dem ›Großen Satan‹ Amerika die ärgste Wunde zufügt. »In diesem Land wird eine neue Zeitrechnung beginnen, außerhalb des Zugriffs Amerikas“, sagt der Perser Massoud. „Es gibt nur eine Sache, die dagegen stehen kann, nur eine ist stark genug: Der Islam. Alles andere wird scheitern. Alle anderen werden in einem schaumigen Meer aus Corn Flakes und Pepsi-Cola und aufgesetzter Höflichkeit ertrinken.« (Bild)

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Zum Autor

Rezensionsübersicht

Rezension literaturkritik 2001

Rezension WELT 2001

Rezension FAZ 2001

Rezension NZZ 2001

Playlist einiger Musikstücke, welche die Protagonisten hören

Christa Wolf: Kindheitsmuster (1976)

»Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd.« So beginnt dieser autobiographische Roman über die eigene Kindheit im Dritten Reich, über Schuld, Flucht und die Frage, ob und wie man Vergangenes wahrhaftig rekonstruieren kann. Der Roman springt zwischen drei Zeitebenen: Nelly Jordan als Führerin im ›Bund Deutscher Mädel‹, auf der Flucht nach Westen vor der Roten Armee und in der erzählten Gegenwart, in der sie eine Reise in die alte Heimat mit ihrer Familie unternimmt. Bild: Christa Wolf 1961 in Berlin.

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Leseprobe

Wissenschaftliche Untersuchung der Erzählerrollen (1989)

Rezension ZEIT 1977

Rezension SPIEGEL 1977

Blogrezension 2005

Blogrezension

Kurzer Doku zu Christa Wolf

Bernward Vesper: Die Reise (1969/1977, postum)

Vespers autobiographisches Romanessay hat als berühmtes Beispiel für die Befindlichkeit der 68-Generation und Protokoll der Nachkriegsjugend Geschichte geschrieben. In der Form des Bewusstseinsstroms erzählt er in wildem Wechsel von seinem strengen Elternhaus, seinen Drogenerfahrungen, der politischen Lage und seinem Schreiben selbst. Geprägt von der Liebe zu seinem autoritären Vater Will Vesper, einem Ewiggestrigen mit braunen Idealen (unter Hitler ein staatstragender Dichter), folgt er diesem lange gehorsam, bis es Anfang der 60erjahre unter dem Einfluss seiner Freundin Gudrun Ensslin zum Bruch kommt. Gudrun Ensslin bewegt sich in radikal linken Kreisen und gehörte später der Terrorgruppe RAF (Rote Armee Fraktion) an. Begonnen hat Vesper sein wildes Bekenntnisbuch mit 31, zwei Jahre vor seinem Freitod in der Psychiatrischen Klinik. Beendet hat er es nie. Es erschien 1977 als Fragment. Bild: August Diehl und Lena Lauzemis in ›Wer wenn nicht wir‹, Andreas Veiels Film über die Liebesbeziehung Vespers mit der späteren RAF-Terroristin Gudrun Ensslin aus dem Jahre 2011.

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Inhalt & Kommentar (der Verfilmung)

Rezension SPIEGEL 1979

Rezension ZEIT 1992

Rezensionsübersicht

Rezension SZ 2010

Rezension FAZ 2005

Beitrag von DER FREITAG 2015

Hörspiel 2007

Trailer zu ›Wer wenn nicht wir‹ (2011)

Rezension zu ›Wer wenn nicht wir‹ ZEIT 2011

Arno Geiger: Selbstportrait mit Flusspferd (2015)

Julian, 22 und Student, er vertrödelt irgendwie sein Leben und hat Knatsch mit seiner Freundin Judith. Dass da etwas nicht stimmt, ist klar doch als sie dann Schluss macht, ist er unglücklich. Um Zeit für sich zu gewinnen, bewacht er das Flusspferd im Garten des Hauses eines Professors, dessen Tochter Aiko ganz schön nervt – und Julian ganz schön anzieht. Derart zwischen Frauen, Ferienjob und Flusspferd eingeklemmt, findet Julian nach und nach etwas über sich und das Leben heraus, das er vorher nicht wusste.

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Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2015

Rezension TAGESSPIEGEL 2015

Rezension SPIEGEL 2015

Rezension NZZ 2015

Blogrezension 2015

Interview mit Arno Geiger 2015

noch’n Interview mit ihm 2015

Patrick Süskind: Das Parfum (1985)

Der 1738 auf dem Pariser Fischmarkt buchstäblich ins Leben geworfene Jean-Baptiste Grenouille ist eine Art menschliches Monster und lehnt etwas an Mary Shelley’s Opferkreatur aus deren Roman ›Frankenstein‹ von 1818 an. Der von seiner eigenen Mutter Verschmähte verschmäht seinerseits die Menschen. Und jetzt kommt etwas Metaphysik ins Spiel: Er, der selbst über keinerlei Eigengeruch verfügt, besitzt umgekehrt den absoluten Geruchssinn, eine übermenschliche Gabe. Um sich an seinem Ungeliebtsein zu rächen, macht er sich daran, das perfekte Parfüm herzustellen, um sich die Menschen untertan zu machen. Dafür müssen viele junge Frauen ihr Leben hingeben. Bild: Der fantasievolle Roman über einen Misanthropen und die Verführbarkeit der Masse wurde 2006 von Tom Tykwer verfilmt.

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Inhalt & Kommentar

Inhalt & Analyse

Kurzfassung goes Playmobil

Inhalt & Analyse (Schulprojektseite mit Links)

Rezension FAZ 2006

Trailer der Verfilmung von Tom Tykwer 2006

Jurek Becker: Jakob der Lügner (1969)

Eine Parabel über die Hoffnung spendende Kraft der Lüge. Schauplatz ist ein jüdisches Ghetto im besetzten Polen der Nazizeit in den letzten Wochen vor der Räumung. Jakob hat im Büro der deutschen Besatzer unbemerkt aus dem Radio mitbekommen, dass die Rote Armee nicht mehr fern sei. Die Neuigkeit geht wie ein Lauffeuer durchs Ghetto und weckt die lang ersehnte Hoffnung auf Befreiung. Schon bald heißt es, Jakob besäße ein Radio und sei stets auf dem Laufenden. Im Wissen um die positive Wirkung und zur Bekräftigung, dass er die Wahrheit gesagt hat, bestätigt Jakob Mischas diese tatsächliche Unwahrheit. Eine heikle Lüge, denn ein Radio zu besitzen war den Ghettobewohnern nicht erlaubt. Und Jakob muss jetzt dauernd Nachrichten erfinden, die er in seinem fiktiven Radio gehört hat. – Das Ganze wird von einem Ich-Erzähler aus der Erinnerung geschildert, ergänzt mit seinen eigenen Gedanken und Gefühlen. Jurek Becker, der als Kind das KZ überlebte, ist ein Roman über den Holocaust gelungen, der das Schreckliche mit einer gewissen heiteren Leichtigkeit verknüpft und dadurch erträglich macht.  Bild: Henry Hübchen (Mischa) und Vlastimyl Brodsky (Jakob) in Frank Beyers Verfilmung von 1974.

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Inhalt & Kommentar

Inhalt & Analyse

Kurzfassung goes Playmobil

Rezension ZEIT 2002/2013

Blogrezension 2015

Trailer der Verfilmung von 1974 (Regie: Frank Beyer)

Trailer der Verfilmung von 1999 (Regie: Peter Kassovitz)