Hans-Ulrich Treichel: Der Verlorene (1998)

Winter 44/45: Von russischen Soldaten bedrängt, gibt eine junge Mutter ihr Kind in die Arme einer Fremden und sieht es danach nie mehr wieder. Nach dem Krieg suchen die Eltern heimlich nach dem verlorenen Sohn, ihren jüngeren Kindern erzählen sie, er sei gestorben. Aus der Perspektive des jüngeren Sohns und Ich-Erzählers wird deutlich, wie sehr die Trauer über den Verlust die Freude das Leben aller überschattet, der Junge wird eifersüchtig auf einen Abwesenden. Treichels autobiographische Erzählung kann man auch als symptomatisch für die Situation in Nachkriegsdeutschland lesen: Trotz Frieden und wiedergewonnenen Wohlstands steckt eine Wunde im Fleisch, die nicht verheilt. Bild: Matti Geschonnek verfilmte den Stoff 2015.

Überblick

Rezension FAZ 1998

Rezension SPIEGEL 1998

Blogrezension

Inhalt & Kommentar zur Verfilmung

Verfilmung von Matti Geschonnek 2015

Arno Geiger: Es geht uns gut (2004)

Philipps Großmutter ist gestorben. Beim Ausräumen ihres Wiener Wohnhauses wird er mit der Familiengeschichte konfrontiert. Dabei erfährt man viel über die Österreichs Geschichte von der Nazi- und Nachkriegszeit bis zur Jahrhundertwende, über Brüche und Kontinuitäten, große und kleine Familiendramen. Der Titel ist sarkastisch gemeint. Arno Geiger erzählt mit viel Genauigkeit, Einfühlsvermögen und besonderem Gespür für Tragikomik von der Last der Vergangenheit.

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Inhalt & Kommentar

Leseproben

Noch ne Leseprobe

Rezensionsübersicht

Rezension FAZ 2005

Rezension Literaturblog 2005

Rezension Literaturblog 2006

Max Frisch: Stiller (1954)

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Die Figur des Anatol Stiller mit seiner trotzig-sturen Haltung zwischen Selbstverleugnung und -behauptung auf der Suche nach seiner wahrhaftigen Identität bleibt haften, auch weil sie gebrochen ist. Stiller ist keineswegs immer sympathisch, eher im Gegenteil, aber seine unerbittliche Selbstkritik öffnen das Verständnis des Lesers für seine Schwäche und Larmoyanz, er ist markant gezeichnet, mit einer ausgeprägten Beobachtungsgabe. (Bild)

Übersicht

Inhalt & Kommentar

Ausführliche Analyse in Form einer Semesterarbeit (US-Uni, 60 Seiten)

Rezension SPIEGEL 1954

Ausführliche Rezension ZEIT 1979

Blogrezension 2006

Blogrezension Blog (2006)

Videobeitrag zu Identitätsproblem bei Max Frisch

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Interessant ist unter anderem, dass das Scheitern zweier Ehen aus der jeweils männlichen und weiblichen Perspektive erzählt wird.