Max Frisch: Homo faber (1957)

Der 50-jährige Ingenieur Walter Faber ist so cool wie kühl, so misanthropisch wie lakonisch, in der ganzen Welt zuhause und überhaupt nicht bei sich. Letzteres dämmert ihm allerdings erst bei Einsetzen des Romans. Plötzlich läuft nicht mehr alles so kontrolliert ab wie gewohnt. Vor allem entwickelt sein Innenleben Regungen, die ihm keine Ruhe lassen. Indem Frisch uns alles in Fabers nüchterner, Widersprüche offenbarender Kopfstimme erzählt, werden wir Zeuge einer unfreiwilligen Selbstentdeckungsreise, die sich über drei Kontinente und einen Sommer erstreckt. Dabei tritt ganz allmählich die Vergangenheit ans Licht, in Form von weiteren Figuren wie der jungen Sabeth, von Gedanken und Rückblenden, ganz im Stile eines analytischen Dramas von Sophokles (König Ödipus), Kleist (Der zerbrochne Krug) oder Ibsen (Gespenster). Bild: Ein gemalter Sam Shepard in der Verfilmung von 1991.

Übersicht

Inhalt & Kommentar

Inhaltsangabe & Figuren

Kurzzusammenfassung goes Playmobil

Sorgfältige Analyse nach Stichworten

Audioeinführung zur Bühnenfassung (Schauspielhaus Zürich 2016, Regie: Bastian Kraft)

Trailer der Verfilmung (Volker Schlöndorff, 1991)

 

Simon Strauß: Sieben Nächte (2017)

Ein Mann Ende Zwanzig verzweifelt an der Aussicht auf ein herkömmlich moderates Leben als erfolgreicher Mitbürger einer Leistungsgesellschaft und will seine Jugend, deren Intensität und Emotionalität ins nächste Jahrzehnt retten. Ein Freund schlägt ihm vor, jede Nacht eine der sieben Todsünden auszuleben und darüber zu schreiben: Hochmut,Völlerei, Faulheit, Habgier, Neid, Wollust, Jähzorn. Ein wütendes kleines Buch über die Sehnsucht nach tiefen Gefühlen und einem authentischen Leben jenseits der dreißig, geschrieben in einer hinreißenden Sprache und mit viel Zug & Verve.

Überblick

Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2017

Rezension SPIEGEL 2017

Rezension Berliner Zeitung 2017

Rezension Deutschlandfunk 2017

Blogrezension 2017

Videorezension 2017

Lesung des Autors

Georg Büchner: Lenz (1835/39)

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»Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehen konnte.« Der junge Schriftsteller Lenz ist in einem Zustand geistiger Zerrüttung aus der Stadt geflohen und sucht Geborgenheit bei dem Seelsorger Oberlin in den Vogesen (Elsass). Büchner hat Oberlins Notizen studiert und hat die Ereignisse weniger Wochen zu einem Zeugnis von Lenz‘ innerem Zustand umgearbeitet. Er stellt Lenz‘ Schicksal so dar, dass die psychotischen Schübe der Gesamtsituation seines Lebens geschuldet sind. So flieht er vor den Erwartungen, die er von seinem Vater und der bürgerlichen Gesellschaft an sich gestellt sieht und denen er nicht gerecht werden kann. Dabei sagt er dann solche außergewöhnliche Sätze wie den eingangs zitierten.

Überblick

Inhalt & Analyse

Inhaltsangabe

Der ganze Text

Kurzfassung goes Playmobil

Artikel zu Büchner & die Hintergründe zur Entstehung ZEIT 1979

Ausführliche Analyse und Darstellung der Hintergründe

Wissenschaftliche Arbeit zum Thema Literatur und Psychoanalyse 2001

Trailer Verfilmung (Regie: Thomas Imbach, CH 2006)

Komiker Piet Klocke versucht sich an einer Erklärung 2015

Ungarischer Kurzfilm 2013

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Psychiater haben dem jungen Mediziner Büchner attestiert, er habe in seiner Erzählung die Wahrnehmungsstörungen und Anfälle von Schizophrenie sehr glaubwürdig dargestellt. Die kurze Erzählung enthält wird auch immer wieder für die Bühne umgesetzt: Ole Lagerpusch und Harald Baumgartner, Deutsches Theater Berlin 2012 (Regie: Lilja Rupprecht)