Hans-Ulrich Treichel: Der Verlorene (1998)

Winter 44/45: Von russischen Soldaten bedrängt, gibt eine junge Mutter ihr Kind in die Arme einer Fremden und sieht es danach nie mehr wieder. Nach dem Krieg suchen die Eltern heimlich nach dem verlorenen Sohn, ihren jüngeren Kindern erzählen sie, er sei gestorben. Aus der Perspektive des jüngeren Sohns und Ich-Erzählers wird deutlich, wie sehr die Trauer über den Verlust die Freude das Leben aller überschattet, der Junge wird eifersüchtig auf einen Abwesenden. Treichels autobiographische Erzählung kann man auch als symptomatisch für die Situation in Nachkriegsdeutschland lesen: Trotz Frieden und wiedergewonnenen Wohlstands steckt eine Wunde im Fleisch, die nicht verheilt. Bild: Matti Geschonnek verfilmte den Stoff 2015.

Überblick

Rezension FAZ 1998

Rezension SPIEGEL 1998

Blogrezension

Inhalt & Kommentar zur Verfilmung

Verfilmung von Matti Geschonnek 2015

Alfred Andersch: Sansibar oder der letzte Grund (1957)

Ein kleiner Fischerort an der Küste Nazideutschlands. Fünf Figuren, fünf Perspektiven, fünf Konflikte. Eine junge jüdische Frau auf der Flucht, ein Pfarrer, ein junger kommunistischer Widerständler, ein Fischer, ein Junge. Und außerdem: eine geschnitzte Holzfigur als Ausdruck eines unzeitgemäßen Leitgedankens. Der sehr formal aufgebaute schmale Roman ist eine kühle, aber spannende literarische Annäherung an die Frage der individuellen Verantwortlichkeit. Bild: Szenenfoto aus einer Verfilmung von 1987.

Übersicht

Inhalt & Kommentar

Inhaltsangabe & detaillierte Kapitelübersicht

Textauszug

Facharbeit (2003)

Blogrezension (inkl. Spoiler)

Zusammenfassung (inkl. Spoiler)

Teaser

Hörbuch

Lukas Bärfuss: Hagard (2017)

Wie rasch ein Mensch sich verlieren und verwahrlosen kann, um sich allenfalls neu zu finden, davon erzählt dieser Roman eines Stalkers, der in Zürich spielt. Warum folgt ein erfolgreicher Liegenschaftsverwalter der fremden Frau mit den blauen Ballerinas? Ist es bloß aus der Laune heraus? Ist es eine Übersprungshandlung oder eine Flucht? Ein Symptom für eine Leerstelle und Unerfülltheit in seinem Leben? Bild

Überblick

Leseprobe

Rezensionsübersicht

Rezension NZZ 2017

Rezension FAZ 2017

Literaturgespräch (Literaturclub) 2017 (von 17:00 an)

Interview mit Bärfuss

Jenny Erpenbeck: Heimsuchung (2008)

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In ihrer Geschichte eines Hauses und seiner Bewohner aus drei Generationen betreibt die Autorin eine autobiographische Spurensuche. Der Roman in 12 Geschichten vereint Themen wie Haben und Verlieren, Krieg, Natur, Flucht und Vertreibung – und die Sehnsucht nach einer Heimat.

Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2008

Rezension NZZ 2008

Rezension FAZ 2008

Rezension Deutschlandradio 2008

Arno Geiger: Alles über Sally (2010)

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»Ein Held sollte das Leben genießen, aber beim Genießen die Möglichkeiten der anderen nicht beschneiden.« Findet Sally, 52. Ehefrau mit Interesse an kleinen Abenteuern und Protagonistin in diesem klugen und unterhaltsamen Roman einer Ehe. Ihr Mann Alfred ist ihr etwas zu früh alt geworden, alt im übertragenen Sinne: »Wenn man Sally fragte, saß nicht nur Alfred hinterm Ofen, sondern auch seine Gefühle, seine Gefühle waren Stubenhocker.«

Überblick inkl. Leseprobe

Rezensionsübersicht

Rezension FAZ 2010

Rezension ZEIT 2010

Rezension SPIEGEL 2010

Rezension Deutschlandradio 2010

Blogrezension 2010

Interview mit dem Autor 2010

Arno Geiger liest aus seinem Roman

Georg Büchner: Lenz (1835/39)

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»Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehen konnte.« Der junge Schriftsteller Lenz ist in einem Zustand geistiger Zerrüttung aus der Stadt geflohen und sucht Geborgenheit bei dem Seelsorger Oberlin in den Vogesen (Elsass). Büchner hat Oberlins Notizen studiert und hat die Ereignisse weniger Wochen zu einem Zeugnis von Lenz‘ innerem Zustand umgearbeitet. Er stellt Lenz‘ Schicksal so dar, dass die psychotischen Schübe der Gesamtsituation seines Lebens geschuldet sind. So flieht er vor den Erwartungen, die er von seinem Vater und der bürgerlichen Gesellschaft an sich gestellt sieht und denen er nicht gerecht werden kann. Dabei sagt er dann solche außergewöhnliche Sätze wie den eingangs zitierten.

Überblick

Inhalt & Analyse

Inhaltsangabe

Der ganze Text

Kurzfassung goes Playmobil

Artikel zu Büchner & die Hintergründe zur Entstehung ZEIT 1979

Ausführliche Analyse und Darstellung der Hintergründe

Wissenschaftliche Arbeit zum Thema Literatur und Psychoanalyse 2001

Trailer Verfilmung (Regie: Thomas Imbach, CH 2006)

Komiker Piet Klocke versucht sich an einer Erklärung 2015

Ungarischer Kurzfilm 2013

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Psychiater haben dem jungen Mediziner Büchner attestiert, er habe in seiner Erzählung die Wahrnehmungsstörungen und Anfälle von Schizophrenie sehr glaubwürdig dargestellt. Die kurze Erzählung enthält wird auch immer wieder für die Bühne umgesetzt: Ole Lagerpusch und Harald Baumgartner, Deutsches Theater Berlin 2012 (Regie: Lilja Rupprecht)

Joseph Roth: Hiob (1930)

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Roth überträgt den Hiob-Stoff aus dem Alten Testament auf den jüdischen Thoralehrer Mendel Singer.

Überblick

Inhalt & Kommentar

Inhalt & Kurzanalyse

Der ganze Roman

Ausführliche Analyse des Hiob-Motivs & Roths autobiographischen Bezugs

Hintergrund mit weiterführenden Links

Kurzfassung goes Playmobil

Trailer einer Bühnenfassung der Münchner Kammerspiele 2008

Trailer Volkstheater Wien 2010

Trailer Schauspielhaus Bochum 2015

Trailer Rheinisches Landestheater Neuss 2012

Trailer Schauspiel Essen 2013

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Der Roman spielt zwischen 1900 und 1920 im zaristischen Russland und in New York.

Deephan / Dämonen und Wunder (Jacques Audiard, F 2015)

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Dheepan erzählt eine Geschichte, wie man sie so noch nicht gesehen hat, quer durch mehrere Genres. Er will nicht zu viel, vertraut auf Andeutungen und stille Momente.

Übersicht

Trailer

Rezension inkl. Trailer FAZ 2015

Rezension SZ 2015

Rezension Spiegel 2015

Rezension Deutschlandfunk 2015