Wolfgang Koeppen: Eine unglückliche Liebe (1934)

»Sibylle betrachtete uns ohne zu lachen, aber freundlich. Sie war ein Kind, das eben ein neues Spielzeug bekommen hat und staunend überlegt, was man mit ihm anfangen kann.. Ihr Gesicht war über uns gebeugt, auch wenn es tiefer ruhte als wir spazierten, und ich glaube, wir blickten aus der Perspektive der Spielpuppen in den Marionettentheatern zu der Meisterin empor, die uns an den Schnüren hielt.« (S. 31 der Gesamtausgabe, Band 1)

Koeppen verarbeitet in diesem ›Werther des 20. Jahrhunderts‹ seine unerfüllte Liebe zu der um vier Jahre älteren Schauspielerin Sibylle Schloss. Zeitraum: die frühen Dreißigerjahre. Schauplatz: Berlin, Zürich und Italien. Während die Hauptfigur Friedrich unerschütterlich davon überzeugt ist, Sibylle sei für ihn bestimmt, wechselt sie andauernd die Liebhaber und weist Friedrich zwar konsequent zurück, kokettiert aber auch mit seiner kompromisslosen Hingabe und seinem Begehren. Das zeigt sich in der zitierten Passage, als Friedrich und ein Nebenbuhler vor Sibylle übertrieben spielerisch hinken, um damit auf lustige Weise ihre Verliebtheit zu demonstrieren.

Übersicht

Beitrag der NZZ 2002 (inkl. Begegnung mit der 92-jährigen Sibylle Schloss)

Rezension ZEIT 1960

Ausführlicher Hintergrundsbericht 2016 (inkl. Aussagen von Sibylle Schloss)

Jens Petersen: Die Haushälterin (2005)

Die Mutter gestorben, der Vater am Verwahrlosen, der Sohn in der Pubertät. Eine Haushälterin muss her. Die schöne Ada bringt zwar den Haushalt in Ordnung, den Hormonhaushalt der beiden Männer aber eher in Unordnung. Beide verlieben sich, für den jüngeren ist es die erste große Liebe und er weiß nicht, wie das geht und stellt sich entsprechend ungeschickt an. Der Autor und Arzt Jens Petersen nimmt eine medizinische Distanz zu dem ganzen Geschehen ein, weil er eigener Aussage gemäß Menschen immer auch ein wenig eklig findet. (Bild)

Auf einen Blick

Leseprobe

Inhalt & Kommentar

Rezensionsübersicht

Rezension FAZ 2005

Rezension literaturkritik.de (2005)

Rezension SPIEGEL 2005

Rezension taz 2005

Rezension Literaturblog 2010

Botho Strauß: Die Widmung (1977)

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Je verlassener, desto Sehnsucht. Eine Erzählung über Schmerz, Trauer, Sehnsucht, Entsagung. Richard, Anfang 30, hat sich im hitzegeplagten Westberlin in seine Wohnung eingeschlossen, um sich seinem Liebeskummer zu widmen und die Nähe seiner untreu gewordenen Geliebten vorzustellen. (Bild)

Überblick

Rezension SPIEGEL 1977

Das Motiv des verlassenen Manns bei Botho Strauß

Textauszug

 

Thomas Mann: Der Zauberberg (1924)

 

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Eine Insel in den Alpen. Tausend Seiten lang begleitet man den Mittzwanziger Hans Castorp, wie er sich in dem Davoser Sanatorium vor dem richtigen Leben ›dort unten‹ wegstiehlt. Er fügt sich rasch in die rituellen Abläufe der Klinik ein, verliebt sich in die katzenhafte Mme Chauchat und denkt über das Kranksein als Daseinsform nach. Zwei ältere Gelehrte werden zu seien geistigen Mentoren, der der demokratische Freigeist Settembrini und der ästhetische Jesuit Naphta. Buntes Figurenpersonal und jede Menge philosophischen Gehalts. (Bild)

Überblick

Inhalt & Kommentar

Ausführliche Inhaltsangabe & Figurenportrait

Philosophische Bezüge im Roman (wissenschaftliche Untersuchung)

Struktur und Funktion der Gespräche im Roman

Rezension FAZ 2013

Thomas Mann und die Psychoanalyse (Essay)

Kurzfassung goes Playmobil

Marie-France Pisier
Die kapriziöse, freigeistige Mme Chauchat ist das angebetete Mekka in Castorps selbstgewähltem Universum: Projektionsfläche und Sinnersatz für den unerfahrenen jungen Mann. Bild: Marie-France Pisier in Hans W. Geißendörffers Verfilmung von 1982.

Tim Krohn: Irinas Buch der leichtfertigen Liebe (2000)

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Eine raffiniert angelegte menage à trois, ein Briefroman, ein Erzählexperiment. Die ganze Geschichte entsteht erst im Verlauf des Romans, denn Autor und Erzähler hat der willensstarken Russin Irina versprochen, einen Liebesroman zu schreiben, bei dem sie die Handlung mitbestimmen darf.

Überblick

Inhalt & Kommentar

Rezensionsübersicht

Rezension FAZ 2001

Rezension Berliner Zeitung 2000

Eigenwillige Blogrezension

Lukas Bärfuss: Hundert Tage (2008)

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Die Entwicklungshilfe der Schweiz im afrikanischen Ruanda kommt nicht gut dabei weg, wenn Bärfuss seinen Protagonisten David Hohl dorthin gehen lässt, weil ihm in seinem Leben der Kick fehlt. Umso enttäuschter ist er, als sich alles sehr ruhig ausnimmt. Bleibt ihm noch sein Begehren, das er bereits am Flugplatz auf die erstbeste junge Ruandesin richtet. Und dann beginnt das hunderttägige Schlachten des Genozids von 1994. Anhand seiner Geschichte und weiteren Figuren, Schweizer*innen wie Ruandesen, stellt Bärfuss grundsätzliche Fragen an eine gewisse selbstgefällige und eigennützige Form von Entwicklungshilfe. (Bild NZZ 2008)

Überblick

Rezensionsübersicht

Rezension FAZ 2008

Rezension ZEIT 2008

Rezension NZZ 2008

Rezension WELTWOCHE 2008

Blogrezension 2008

Videorezension 2009

Videorezension 2011

Interview mit Dokfilmer Isler zum Thema Entwicklungshilfe in Ruanda

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Ganz abgesehen vom Verlauf der Geschichte bringt dieser Entwicklungsroman nur schon dadurch Abwechslung, als sein Autor mitteleuropäische Befindlichkeiten im Kontext eines historischen Völkermordes in Schwarzafrika verhandelt.

Friedrich Schiller: Kabale und Liebe (1784)

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Boy meets Girl, große Gefühle, böse Väter, eine so coole wie abgelegte Geliebte namens Lady Milford und ein Intrigant namens Wurm. Es stürmt und drängt in diesem bürgerlichen Trauerspiel um eine sogenannte Mésalliance. Der junge Schiller schöpft aus dem Vollen und auf der Bühne kann das richtig knallen. Hier ist es die Inszenierung in der Berliner Schaubühne von 2008.

Überblick

Inhalt & Kommentar

Das ganze Stück

Kurzfassung goes Playmobil

Inhaltsangabe & Figurenaufstellung

Interpretationsansätze

Trailer Schaubühne Berlin 2008 (Regie: Falk Richter)

Trailer (2) Schaubühne Berlin 2008

Verfilmung 2005 (Regie: Leander Haussmann)

Trailer Theater Schauspiel Köln 2014

Trailer Theater Ulm 2014

Judith Kuckart: Dorfschönheit (2003)

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Friederike ist Mitte dreißig und in eine eine Affäre mit dem 15 Jahre jüngeren Clemens verwickelt. Die Beziehung zu ihrem Ex, einem älteren Schriftsteller, ist aber noch nicht abgeschlossen. Und Clemens lernt jemanden neues kennen. Ein kurzer, spannender Roman.

Überblick

Preisrede für Kuckarts Werk 2009

Wolfgang Herrndorf: tschick (2010)

Alles zum ersten Mal! Zwei Jungs fahren mit einem gestohlenen fahrbaren Untersatz ohne Plan, aber mit umso mehr Euphorie durch die ostdeutsche Pampa. Ein lustiger und kluger Roman über die Nöte und die Freiheit des Jungseins, über Freundschaft, erste Liebe und das Leben, das man sich erfahren muss. Bild: Fatih Akin verfilmte den Roman 2016.

Überblick

Leseprobe

Inhaltsangabe

Kurzfassung goes Playmobil

Inhalt & Kommentar

Rezensionsübersicht

Textnahe Schülerzusammenfassung

Rezension FAZ 2010

Rezension LSD 2013

Interview mit dem Autor FAZ 2011

Portrait des Autoren nach dessen Tod ZEIT 2015

Trailer einer Bühnenfassung Theaterhaus Stuttgart  2013

Trailer Bühnenfassung Thalia Theater Hamburg 2013

Trailer Staatsschauspiel Dresden 2013 (Regie: Jan Gehler)

Trailer Verfilmung (Regie: Fatih Akin, D 2016)

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Maik, Ich-Erzähler und Hauptfigur, misst zu Beginn seine Bedeutungslosigkeit daran, dass er noch nicht einmal einen Spitznamen hat. Ganz im Gegensatz zu tschick, dem zugegzogenen russischdeutschen Jungen, ein Asi mit Mongolenaugen, der sich in der Not zum Maß aller Dinge macht. Motto: Mach doch mal.