Monika Maron: Stille Zeile Sechs (1991)

»Wenn das Opfer sich nicht wehrt, hat es auch Schuld.« In diesem tiefsinnigen, bedrückenden, in einer sehr präzisen Sprache verfassten Roman rechnet die Ich-Erzählerin (und wohl auch die Autorin) mit ihrer Heimat ab und der Rolle, die sie darin spielte. Ostberlin, Hauptstadt der DDR, des vermeintlich ›Besseren Deutschlands‹, weil durch den ›antifaschistischen Schutzwall‹ vom kapitalistischen Westen abgeschirmt: Die Wissenschaftlerin Rosalind, im kommunistischen Nachkriegsdeutschland aufgewachsen, soll die Memoiren eines alten Stalinisten und strammen Parteigenossen, der als junger Mann gegen die Nazis kämpfte, zu Papier bringen – Anlass zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit ihm und mit der ostdeutschen Diktatur. Der Titel ist schlicht die Adresse des alten Beerenbaum. (Bild)

Überblick

Inhalt & Kommentar

Leseprobe (den Cursor benützen)

Rezension ZEIT 1991

Blogrezension 2010

Rezension

Literaturgespräch (1991) über den Roman (von Minute 41:25 an)

Stefan Zweig: Angst (1920)

Aus Neugier und einem diffusem Überdruss am gewohnten Familienleben lässt sich eine noch junge Frau und Mutter zweier Kinder auf ein Abenteuer ein. Dann wird sie von einer Frau erpresst, die sich als die Freundin des Liebhabers ausgibt, und fürchtet fortan, die Affäre fliege auf. Spannend erzählte Novelle inkl. Plottwist. Bild: Szene einer Bühnenfassung.

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Inhalt und Kommentar

Der ganze Text

Kurzfassung goes Playmobil

Blogrezension 2011

Rezension einer Bühnenfassung 2010

Stummfilmversion (1928)

Trailer einer Bühnenfassung in Erlangen 2012

Christa Wolf: Kindheitsmuster (1976)

»Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd.« So beginnt dieser autobiographische Roman über die eigene Kindheit im Dritten Reich, über Schuld, Flucht und die Frage, ob und wie man Vergangenes wahrhaftig rekonstruieren kann. Der Roman springt zwischen drei Zeitebenen: Nelly Jordan als Führerin im ›Bund Deutscher Mädel‹, auf der Flucht nach Westen vor der Roten Armee und in der erzählten Gegenwart, in der sie eine Reise in die alte Heimat mit ihrer Familie unternimmt. Bild: Christa Wolf 1961 in Berlin.

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Leseprobe

Wissenschaftliche Untersuchung der Erzählerrollen (1989)

Rezension ZEIT 1977

Rezension SPIEGEL 1977

Blogrezension 2005

Blogrezension

Kurzer Doku zu Christa Wolf

Hans-Ulrich Treichel: Der Verlorene (1998)

Winter 44/45: Von russischen Soldaten bedrängt, gibt eine junge Mutter ihr Kind in die Arme einer Fremden und sieht es danach nie mehr wieder. Nach dem Krieg suchen die Eltern heimlich nach dem verlorenen Sohn, ihren jüngeren Kindern erzählen sie, er sei gestorben. Aus der Perspektive des jüngeren Sohns und Ich-Erzählers wird deutlich, wie sehr die Trauer über den Verlust die Freude das Leben aller überschattet, der Junge wird eifersüchtig auf einen Abwesenden. Treichels autobiographische Erzählung kann man auch als symptomatisch für die Situation in Nachkriegsdeutschland lesen: Trotz Frieden und wiedergewonnenen Wohlstands steckt eine Wunde im Fleisch, die nicht verheilt. Bild: Matti Geschonnek verfilmte den Stoff 2015.

Überblick

Rezension FAZ 1998

Rezension SPIEGEL 1998

Blogrezension

Inhalt & Kommentar zur Verfilmung

Verfilmung von Matti Geschonnek 2015

Peter Härtling: Nachgetragene Liebe (1980)

Der Autor erzählt von seinem Kinderhass auf den Vater, der als Anwalt im Dritten Reich den entrechteten jüdischen Bürger gegen die Nazis half. Das Kind versteht nicht, wieso die Eltern nicht wie alle anderen Hitler zujubeln und flüchtet sich in die Gemeinschaft der Hitlerjugend. Der Vater versucht vergeblich, seinen Sohn auf seine Seite zu ziehen, findet aber nicht den rechten Ton. Die tragische Beziehung endet mit dem Tod des Vaters kurz vor Kriegsende. Härtling versucht in diesem autobiographischen Roman beide zu verstehen. Das verblendete Kind, das er selbst war, und den stummen Vater, der doch auf der richtigen Seite kämpfte und vielen Menschen half – nur seinen Sohn hat er nicht erreicht. Berührend ist die Lektüre vor allem auch wegen des einseitigen Dialogs, den Härtling mit dem toten Vater führt und der sich durch das ganze Buch zieht.

Inhalt & Analyse (download einer wissenschaftlichen Betrachtung S. 27-35)

Textauszug

Rezension 2009

Zum Vater-Sohn-Konflikt (S. 18ff.)

Audio- Textauszug

Riikka Pulkkinnen: Die Ruhelose (2006)

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Auf unterhaltsame, aber ernst zu nehmende Weise setzt sich der Roman mit den Themen Liebe und Tod auseinander. Drei Frauen und ein Mann sind die Protagonisten: Ein früh an Demenz erkrankter Mann hat seiner Frau das Versprechen abgerungen, dass sie ihn sterben lässt, wenn er sie nicht mehr erkennt. Als es so weit ist, gerät sie in ein Dilemma. Ihre Nichte ist eine labile 16-jährige, die ihr Glück von einem Lehrer abhängig macht, mit dem sie eine Affäre eingegangen ist. (Bild: Szene aus der Verfilmung mit dem Titel: Wie weit gehen? von 2014)

Überblick

Leseprobe

Portrait der Autorin

Rezension Wiener Zeitung 2014

Rezension Südkurier 2014

Blogrezension 2014

Stefan Zweig: Ungeduld des Herzens (1939)

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Faszinierend & abgründig. Wer diesen hochpsychologischen Roman geduldig liest, wird mit spektakulären Einblicken auf die lavierende und allzumenschliche Psyche des Protagonisten belohnt, der sich windet und wendet, um nicht mit einer Frau zusammensein zu müssen, die an den Rollstuhl gebunden ist. Bild: Szene einer Bühnenfassung der Schaubühne Berlin 2016 (Regie: Simon McBurney)

Übersicht

Inhalt & Analyse

Der komplette Roman

Blogrezension 2005

Blogrezension LSD 2013

Rezension einer Theaterfassung SPON 2015

Inhalt & Trailer einer Theaterfassung, Schaubühne Berlin 2016

Auszug Hörbuch

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Der Roman geht der Frage nach, wie nah sich Mitgefühl, Mitleid und Liebe kommen können. Und wie Missverständnisse entstehen können, die auszuräumen keiner wagt.

Henrik Ibsen: Die Wildente (1884)

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Die eingesperrte Wildente verkörpert die große Lebenslüge, an die sich keiner herantraut, ein Leitmotiv in Ibsens Werk.

Übersicht

Personen & Handlung

Inhalt & Analyse

Das ganze Stück

Rezension einer Inszenierung NZZ 2015

Zusammenfassung inkl. Trailer Theater Bonn 2016

Trailer Staatstheater Braunschweig 2014

Trailer einer Verfilmung (Henri Safran, USA 1984)

Martin Walser: Ein fliehendes Pferd (1979)

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Weiter so wie bisher oder breche ich aus? Helmut Halm hat sich in seinem Leben mehr schlecht als recht eingeigelt – bis ihm ein alter Schulfreund und dessen junge Freundin auf die Pelle rücken. Szene aus der Verfilmung (2007) mit Ulrich Noethen und Petra Schmidt-Haller, die der Vorlage (wie so oft) nicht das Wasser reichen kann.

Übersicht

Inhalt & Kommentar

Rezension SPIEGEL 2007

Blogrezension 2008

Rezension der Verfilmung (WELT 2007)

Trailer der Verfilmung (2007)

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Die Begegnung zweier Paare bildet den Kern dieses psychologischen Kammerspiels, das in einem stürmischen Segelausflug auf dem Bodensee kulminiert. (Bild)

William Shakespeare: Hamlet (1600/1602)

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So sehen wir also aus? Der Totenschädel ist wohl DIE Ikone des Stücks. 60% des Texts gehören dem Protagonisten, der sich mit der menschlichen Existenz und der Scheinhaftigkeit der Welt auseinandersetzt. Der Prinz erscheint uns als ein intellektueller, sensibler Mensch, der sich zur Rache genötigt sieht, aber von Zweifeln und Skrupeln geplagt wird. Bild: Laurence Olivier gilt als legendärer Hamlet-Darsteller.

Übersicht

Inhalt & Kommentar

Der komplette Text

Trailer Schaubühne Berlin 2009 (Regie: Thomas Ostermeier)

Trailer Schauspielhaus Bochum 2013 (Regie: Jan Klata)

Trailer Schauspiel Hannover 2010 (Regie: Nicolas Stemann)

The Tiger Lilies perform Hamlet (Kopenhagen 2012)

Monolog ›To be or not to be› (Kenneth Brannagh 1996)

Trailer der Verfilmung von Kenneth Brannagh 1996

Trailer Royal Shakespeare Company 2016

Royal Shakespeare Company, Akt 1 Szene 2 (2013)

Trailer National Theatre London (2015)

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Lars Eidinger in der Rolle des Hamlet an der Berliner Schaubühne