Günter Grass: Die Blechtrommel (1959)

»Ein ganzes Volk glaubte an den Weihnachtsmann. Doch der Weihnachtsmann war in Wirklichkeit ein Gasmann.« Hitler wurde von seinen politischen Wegbereitern 1933 noch herablassend als vermeintlicher Trommler bezeichnet: Einer, der den Takt, aber nicht den Ton angibt. Oskar Matzerath ist auch ein Trommler, der sich durchzusetzen weiß, wenn auch nur ein Blechtrommler. Klein, aber hallo. Im Alter von 3 Jahren beschließt er, nicht mehr zu wachsen und verkörpert fortan vorsätzlich den körpergewordenen nervtötenden Protest gegen die Erwachsenenwelt: Ein berühmter Literaturkritiker sagte über die Intention des Buches sogar: »Oskar protestiert physiologisch und psychisch gegen die Existenz schlechthin. Er beschuldigt den Menschen unserer Zeit, indem er sich zu einer Karikatur macht. Der totale Infantilismus ist sein Programm.« Oskar ist aber keine Identifikationsfigur, dazu trägt er zu sehr den Hang zum Bösen in sich. – Grass‘ umfangreicher Erstling war ein Wurf. Da erhob ein selbsternannter Gnom die Stimme und erzählte von dem gerade erste zu Ende gegangenen dunklen Kapitel. Das Buch – Schelmenroman und Entwicklungsgeschichte, Sittenbild und Satire – wurde allerdings kaum wegen seiner Momente künstlerischer Verfremdung zu einem der wichtigsten Dokumente der Zeitgeschichte und Vergangenheitsbewältigung, das es heute ist. Den meisten erzählte es zum ersten Mal nach 1945 mit großem Gestus und einer kräftigen Sprache vom Aufstieg der Nazis und dem durchschnittlichen Mitläufer – vor allem Oskars Beinahevater Alfred Matzerath. Der biologische Vater ist ein Pole, Cousin und Liebhaber von Oskars Mutter. Der Roman spielt lange Zeit in Grass‘ Heimatstadt Danzig, später am Atlantikwall und in Westdeutschland. Er zieht sich in drei Teilen bis ins Jahr 1954. Wieso Grass Oskar die Blechtrommel als Markenzeichen gibt und worin die eingangs erwähnte Parallele zu Hitler genau bestehen soll, bleibt opak. Bild: David Bennent als Oskar in Schlöndorffs Verfilmung von 1979.

Übersicht

Inhalt & Analyse

Ausführliche Inhaltsangabe, Figuren & more

Kurzfassung goes Playmobil

Rezension ZEIT 1959/2012

Trailer der Verfilmung (Schlöndorff 1979)

Grass liest einen Auszug (2010)

Trailer einer Theaterfassung am Thalia Theater Hamburg 2015 (Regie: Luc Perceval)

Lukas Bärfuss: Hagard (2017)

Wie rasch ein Mensch sich verlieren und verwahrlosen kann, um sich allenfalls neu zu finden, davon erzählt dieser Roman eines Stalkers, der in Zürich spielt. Warum folgt ein erfolgreicher Liegenschaftsverwalter der fremden Frau mit den blauen Ballerinas? Ist es bloß aus der Laune heraus? Ist es eine Übersprungshandlung oder eine Flucht? Ein Symptom für eine Leerstelle und Unerfülltheit in seinem Leben? Bild

Überblick

Leseprobe

Rezensionsübersicht

Rezension NZZ 2017

Rezension FAZ 2017

Literaturgespräch (Literaturclub) 2017 (von 17:00 an)

Interview mit Bärfuss

Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Hofmeister (1774/78)

major-original
Eine bitterböse Tragikomödie: Der junge Hauslehrer Läuffer, von seinem Arbeitgeber verachtet, hat eine Affäre mit dessen Tochter und macht ihr prompt ein Kind – mit bösen Folgen. Lenz attackiert den dünkelhaften Adel, aber auch das schlaffe Bürgertum, das sich alles gefallen lässt. Das Stück sprengt die Ständeklausel und fährt das gesamte Spektrum der Gesell-schaft auf. (Bild: Robert Hunger Bühler in Castorfs ungezähmtem Gastspiel im Zürcher Schauspielhaus / Schiffbau 2010.)

Überblick

Sehr gut gegliederte Zusammenfassung & Analyse

Ausführliche Zusammenfassung der fünf Akte

Das ganze Stück lesen

Zur Gattung der Tragikomödie bei Lenz

Videoanalyse 2014

Blogrezension 2008

Blogrezension

Kurzfassung goes Playmobil

Rezension von Castorfs Inszenierung der Volksbühne Berlin in Zürich 2010

Puppentheaterfassung Ernst Busch Berlin 2010

Trailer einer Fassung von Brecht Stadttheater Fürth 2011

Trailer Theater Halle 2012

Wilhelm Genazino: Wenn wir Tiere wären (2011)

978-3-446-23738-4_2115111417-34
Ein Architekt Anfang 40 kann sich weder beruflich noch privat zu einem Lebensentwurf durchringen und lässt sich durch die Stadt und von der einen Frau zur nächsten treiben. (Bild)

Überblick

Inhalt & Kommentar

Rezensionsübersicht

Rezension FAZ 2011

Portrait des Autors DIE WELT 2011

Zitat aus dem Roman LSD 

Markus Werner: Zündels Abgang (1984)

markus-werner
Die Hauptfigur Zündel spürt »das Existenzzernagende des Alltags […] wie eine schleichende Infektion« in sich und weiß sich nicht mehr zu helfen. Markus Werner über sich selbst: »Gern wäre ich länger, runder und eine Spur beschwingter. Ich frage mich, was man sonst noch über mich wissen wollen könnte.«
Übersicht

Inhalt & Kommentar

Rezension 2007

Portrait NZZ 2014

Portrait WOZ 2016

Portrait anlässlich der Verleihung einer Auszeichnung ( Tages-Anzeiger 2016)

Rückblick auf sein Leben (TV- & Radiobeitrag 2016)

u1_978-3-596-19072-0.49502630
Der erste von insgesamt sieben Romanen Markus Werners (1944-2016)