Heinrich Mann: Der Untertan (1914/18)

Menschen, die nach Macht über andere streben, diese genießen und ausnutzen, tun das nicht selten, um ihre persönlichen Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren. Sie machen sich gerne einer Führerfigur ›untertan‹, um dann im Kollektiv gegen Schwächere zu treten. Genau das trifft auf den bis zur Schmerzgrenze unsympathischen Protagonisten Diederich Heßling zu, mit dem der Autor die »Vorgestalt des Nazi« entwarf, wie er selber sagte.
Heinrich Mann tat dies 1914, noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und 20 Jahre, bevor die Nazis in Deutschland ihre Diktatur ausriefen. Das verleiht dem »Untertan« seine analytische Bedeutung und prophetische Rolle: Da wusste einer, was das für Menschentypen sind, die nach einem starken Kaiser oder Führer lechzen und sich ein Großdeutschland wünschen – und die es heute noch genauso gibt wie damals. Man man lernt viel über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im kaiserlichen Deutschland und darf auch mit dem Autor über diese Karikatur eines komplexbeladenen Feiglings, Spießers und Emporkömmlings lachen. (Bild)

Überblick

Rezension ZEIT 1979

Biografisches zu Heinrich Mann

Rezension Welt 2014

Kurzfassung goes Playmobil

Präzise Charakterisierung der Figuren

You-Tube-Erklärbär

Ausschnitt aus der Verfilmung von 1951

William Shakespeare: Richard III. (1593/97)

LFR Al Pacino
Bösewicht mit Ansage: Der bucklige, unansehnlicher Richard möchte um jeden Preis den Thron besteigen und führt dem Publikum vor, wie intrigant und perfid er ist – und wie erfolgreich. Bild: Al Pacino hat in seinem sehr schön gemachten Dokuspielfilm ›Looking for Richard‹ (1996) eine Annäherung an den Stoff inszeniert.

Übersicht

Inhalt & Analyse (in english)

Text

Teaser: Kevin Spacey als Richard III. (2011)

Ausschnitt aus der Verfilmung von Richard Loncraine (1995)

Sir Ian McKellen erklärt Richards berühmten ersten Monolog (2008)

Die Eröffnungsszene mit Laurence Olivier in Strumpfhosenästhetik (1955)

Trailer Schaubühne Berlin 2015 mit Lars Eidinger (Regie: Thomas Ostermeier)

Schaubühne-Inszenierung von Ostermeier 2015

Trailer mit Ralph Fiennes, Almeida Theatre London 2016

Der echte vs. der erfundene Richard (NZZ 2013)

Juli Zeh: Corpus Delicti (2009)

Juli Zeh gehört seit ihrem Roman ›Spieltrieb‹ (2004) zu einer der gefragtesten Autorinnen und intellektuellen Persönlichkeiten Deutschlands. ›Corpus Delicti‹, eine dystopische Vision einer Gesundheitsdiktatur, war ursprünglich ein Theaterstück, was an den vielen Dialogen zu erkennen ist. (Bild)

Übersicht

Inhalt

Kurzfassung goes Playmobil

Anregungen für den Unterricht

Rezension ZEIT 2009

Rezensionüberblick Perlentaucher

Kritik NZZ 2009

Rezension mit Textzitaten

Interview mit der Autorin 2009

Trailer Staatsschausspiel Dresden 2014

TV-Gespräch: Richard David Precht und Juli Zeh über den getunten Menschen

g-zeh-corpus
Der Roman knüpft an gegenwärtige Tendenzen eines religionsartigen Gesundheitsdiktats an.