Christa Wolf: Kindheitsmuster (1976)

»Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd.« So beginnt dieser autobiographische Roman über die eigene Kindheit im Dritten Reich, über Schuld, Flucht und die Frage, ob und wie man Vergangenes wahrhaftig rekonstruieren kann. Der Roman springt zwischen drei Zeitebenen: Nelly Jordan als Führerin im ›Bund Deutscher Mädel‹, auf der Flucht nach Westen vor der Roten Armee und in der erzählten Gegenwart, in der sie eine Reise in die alte Heimat mit ihrer Familie unternimmt. Bild: Christa Wolf 1961 in Berlin.

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Leseprobe

Wissenschaftliche Untersuchung der Erzählerrollen (1989)

Rezension ZEIT 1977

Rezension SPIEGEL 1977

Blogrezension 2005

Blogrezension

Kurzer Doku zu Christa Wolf

Bernward Vesper: Die Reise (1969/1977, postum)

Vespers autobiographisches Romanessay hat als berühmtes Beispiel für die Befindlichkeit der 68-Generation und Protokoll der Nachkriegsjugend Geschichte geschrieben. In der Form des Bewusstseinsstroms erzählt er in wildem Wechsel von seinem strengen Elternhaus, seinen Drogenerfahrungen, der politischen Lage und seinem Schreiben selbst. Geprägt von der Liebe zu seinem autoritären Vater Will Vesper, einem Ewiggestrigen mit braunen Idealen (unter Hitler ein staatstragender Dichter), folgt er diesem lange gehorsam, bis es Anfang der 60erjahre unter dem Einfluss seiner Freundin Gudrun Ensslin zum Bruch kommt. Gudrun Ensslin bewegt sich in radikal linken Kreisen und gehörte später der Terrorgruppe RAF (Rote Armee Fraktion) an. Begonnen hat Vesper sein wildes Bekenntnisbuch mit 31, zwei Jahre vor seinem Freitod in der Psychiatrischen Klinik. Beendet hat er es nie. Es erschien 1977 als Fragment. Bild: August Diehl als Vesper mit Lena Lauzemis als Gudrun Ensslin in ›Wer wenn nicht wir‹, einem Film über die RAF von Andreas Veiel (2011).

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Inhalt & Kommentar (der Verfilmung)

Rezension SPIEGEL 1979

Rezension ZEIT 1992

Rezensionsübersicht

Rezension SZ 2010

Rezension FAZ 2005

Beitrag von DER FREITAG 2015

Hörspiel 2007

Trailer zu ›Wer wenn nicht wir‹ (2011)

Rezension zu ›Wer wenn nicht wir‹ ZEIT 2011

Arno Geiger: Selbstportrait mit Flusspferd (2015)

Julian, 22 und Student, er vertrödelt irgendwie sein Leben und hat Knatsch mit seiner Freundin Judith. Dass da etwas nicht stimmt, ist klar doch als sie dann Schluss macht, ist er unglücklich. Um Zeit für sich zu gewinnen, bewacht er das Flusspferd im Garten des Hauses eines Professors, dessen Tochter Aiko ganz schön nervt – und Julian ganz schön anzieht. Derart zwischen Frauen, Ferienjob und Flusspferd eingeklemmt, findet Julian nach und nach etwas über sich und das Leben heraus, das er vorher nicht wusste.

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Leseprobe

Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2015

Rezension TAGESSPIEGEL 2015

Rezension SPIEGEL 2015

Rezension NZZ 2015

Blogrezension 2015

Interview mit Arno Geiger 2015

noch’n Interview mit ihm 2015

Patrick Süskind: Das Parfum (1985)

Der 1738 auf dem Pariser Fischmarkt buchstäblich ins Leben geworfene Jean-Baptiste Grenouille ist eine Art menschliches Monster und lehnt etwas an Mary Shelley’s Opferkreatur aus deren Roman ›Frankenstein‹ von 1818 an. Der von seiner eigenen Mutter Verschmähte verschmäht seinerseits die Menschen. Und jetzt kommt etwas Metaphysik ins Spiel: Er, der selbst über keinerlei Eigengeruch verfügt, besitzt umgekehrt den absoluten Geruchssinn, eine übermenschliche Gabe. Um sich an seinem Ungeliebtsein zu rächen, macht er sich daran, das perfekte Parfüm herzustellen, um sich die Menschen untertan zu machen. Dafür müssen viele junge Frauen ihr Leben hingeben. Bild: Der fantasievolle Roman über einen Misanthropen und die Verführbarkeit der Masse wurde 2006 von Tom Tykwer verfilmt.

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Inhalt & Kommentar

Inhalt & Analyse

Kurzfassung goes Playmobil

Inhalt & Analyse (Schulprojektseite mit Links)

Rezension FAZ 2006

Trailer der Verfilmung von Tom Tykwer 2006

Marieluise Fleißer: Fegefeuer in Ingolstadt (1924)

Eine Horde von Jugendlichen des Gymnasiums, die tagaus tagein von Eltern, Schule und einer streng katholischen Erziehung gequält werden, sind gefährlicher als eine Horde Wölfe. Es gilt das Rudelgesetz und es gibt eine Hackordnung: mach alles mit, mach dich nicht zum Opfer, denn dann geht es ganz schnell, dann wird deine Schwäche ausgenützt, um sich über dich zu erheben und dich zu treten. Um genau das zu reproduzieren, das sie zu dem hat werden lassen, was sie sind. Besonders die eigenwillige kantige Sprache der fleißerschen Figuren offenbart den faschistischen Zug dieser Bande von Verlorenen, die vor lauter Langeweile und mangels Alternativen ihre eigene jugendliche Hölle generieren. (Bild)

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Biografie der Autorin

Rezension einer Münchner Inszenierung 2013 (Regie: Susanne Kennedy)

Rezension einer Inszenierung in Hamburg ZEIT 1980/2012

Rezension einer Zürcher Aufführung NZZ 2010

Rezension einer Inszenierung an den Münchner Kammerspielen 2013

Trailer der Inszenierung der Münchner Kammerspiele 2013

Interview anlässlich einer Inszenierung an den hessischen Theatertagen 2017

Simon Strauß: Sieben Nächte (2017)

Ein Mann Ende Zwanzig verzweifelt an der Aussicht auf ein herkömmlich moderates Leben als erfolgreicher Mitbürger einer Leistungsgesellschaft und will seine Jugend, deren Intensität und Emotionalität ins nächste Jahrzehnt retten. Ein Freund schlägt ihm vor, jede Nacht eine der sieben Todsünden auszuleben und darüber zu schreiben: Hochmut,Völlerei, Faulheit, Habgier, Neid, Wollust, Jähzorn. Ein wütendes kleines Buch über die Sehnsucht nach tiefen Gefühlen und einem authentischen Leben jenseits der dreißig, geschrieben in einer hinreißenden Sprache und mit viel Zug & Verve.

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Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2017

Rezension SPIEGEL 2017

Rezension Berliner Zeitung 2017

Rezension Deutschlandfunk 2017

Blogrezension 2017

Videorezension 2017

Lesung des Autors

Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (2016)

Mit unkonventionellen Mitteln und einem schillernden Kinderblick schreibt die 1990 geborene Autorin über das Erwachsenwerden und die große Frage nach dem Glück, heißt es in der ZEIT.

Überblick und Pressestimmen

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Rezensionsübersicht

Rezension NZZ 2016

Rezension ZEIT 2016

Rezension TagesWoche 2016

Rezension auf literatur.ch

TV-Beitrag inkl. Interview mit der Autorin

Buchbesprechung im Literaturclub SRF 2016 (beginnt bei 39:45)

Die Autorin über den ersten Satz ihres Romans

Christoph Steier: Tauchertage (2008)

Kilian ist Bulimiker, leistet gerade Zivildienst und scheint auf dem Nullmeridian seines Lebens angekommen. Was hinter ihm liegt, ist ihm ein Graus, was vor ihm liegt, unklar. Er schlägt sich mit seinen Essattacken und Zufallsbekanntschaften herum. Zu seinem Geburtstag überrascht ihn seine Schulfreundin Charlotte mit einem Besuch – und spielt gleich Krankenschwester. Der Umstand, dass zwischen ihnen mal was lief, schafft Nähe und macht die Freundschaft kompliziert. Was die beiden trennt, sind die unterschiedlichen Milieus und was sie mit sich bringen. Ein ehrlicher Roman über eine existenzielle Krise. (Bild)

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Rezension Literaturkritik 2008

Rezension FAZ 2008

Rezension Literaturblog 2008

Interview mit dem Autor 2008

Alina Bronsky: Scherbenpark (2008)

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Ein Entwicklungsroman aus dem Russenmilieu einer Sozialsiedlung am Rande Frankfurts. Die 17-jährige Sascha ist für ihre beiden jüngeren Geschwister verantwortlich und versucht die schwierige Situation mit einer strammen Oberlippe und viel Härte zu meistern. Gleichzeitig sehnt sie sich nach der Souveränität eines reifen Erwachsenen und nach etwas Geborgenheit. Ein rührseliger Zeitungsbericht über den Mörder, der ihr Pflegevater ist und nun im Gefängnis sitzt, bringt sie in Rage. Was vielleicht etwas nach kitschigem Jugendroman klingt, bietet viel Tempo, Witz, schöne Dialoge und trotz gewisser Stereotypen eine schöne Innensicht auf eine junge Kämpferin und eine soziale Problemecke. 

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Übersicht

Rezensionsüberblick

Rezension FAZ 2008

Rezension Deutschlandfunk 2008

Rezension LSD 2016

Trailer der Verfilmung 2013

Rezension des Films

Eduard von Keyserling: Schwüle Tage (1906)

»Zu Hause, in meinem Zimmer, fühlte ich mich bange und erregt. Das Leben schien mir traurig und verworren. Schlafen konnte ich nicht. Aufdringliche und aufregende Bilder kamen und quälten mich. Die Nacht war schwül.« Der junge Graf Bill von Fernow hat seine Maturprüfung nicht bestanden und darf zur Strafe nicht in die Sommerferien ans Meer. Beim ungeliebten Vater auf dem Land soll er für den zweiten Anlauf büffeln. Allerdings sehnt er sich nach einem erotischen Abenteuer, doch die Mädchen lassen ihn alle abblitzen. Und er findet heraus, dass sein Vater ein Doppelleben führt. Eine kurze, leicht lesbare Sommergeschichte.

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Ganzer Text

Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2009

Rezension literaturkritik.de 2005

Rezension Literaturblog