Arthur Schnitzler: Leutnant Gustl (1900)

Wir blicken einige Stunden lang lang in die Seele eines Verzweifelten. Gustl soll sich umbringen – und er ist auch noch selbst schuld. Der etwas dümmliche und oberflächliche Leutnant ist nach einem Konzert nicht geistesgegenwärtig genug und lässt sich von einem Bäckermeister im allgemeinen Gedrängel beleidigen. Weil er damit rechnen muss, dass das jemand mitbekommen hat und weil er glaubt, seine soldatische Ehre sei damit verletzt, zieht er den Schluss, dass er nun zum Suizid verpflichtet sei. In der neuen Situation entdeckt er seine Liebe zum Leben, was sein Dilemma noch vergrößert. Psychologische Charakterstudie und Standeskritik vom Psychomeister Schnitzler. (Bild: Ausschnitt des Umschlags der Erstausgabe)

Einführung

Inhalt & Kommentar

Inhalt & Hintergrund

Inhalt & Hintergrund (2)

Inhaltsangabe

Inhalt, Erläuterungen & Links

Der ganze Text

Kurzfassung goes Playmobil

Hörbuchfassung (Frauenstimme, Wienerisch)

Hörbuchfassung (Männerstimme, hochdeutsch)

Filmische Verknüpfung mit Schnitzlers Frauenmonolog ›Fräulein Else‹

Daniel Kehlmann: Tyll (2017)

Die Geburt Europas aus dem Geist des Krieges (NZZ) – und durch die Augen eines Gauklers. In seinem 500-seitigen Schelmenroman versetzt der Autor (oben) die Figur des Narren Till Eulenspiegel aus dem 14. Jahrhundert 3 Jahrhunderte in die Zukunft und in den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), wo er von den seelischen Verwüstungen durch Gewalt erzählt.

Einführung

Leseprobe

Hörbuchfassung des Anfangs (35 min.)

Rezensionsübersicht

Rezension ZEIT 2017

Rezension SPIEGEL 2017

Rezension NZZ 2017

Videorezension 2017

Interview mit dem Autor 2017

Kehlmann über die Figur Till Eulenspiegel 2017

Conrad Ferdinand Meyer: Der Heilige (1880)

In dieser spannenden historischen Novelle geht es um eine Männerfreundschaft und wie sie zerbricht, weil der eine (der König) das Vertrauen des anderen (seines Kanzlers, dem großen Gläubigen) missbraucht, so dass sich jener gegen ihn wendet und ihn bis aufs Blut reizt und herausfordert. Das Ganze spielt in England im 12. Jahrhundert. Die historischen Vorbilder sind Wilhelm der Eroberer und Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury und 1173 heiliggesprochen. (Bild)

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Der ganze Text

Inhalt

Hörbuchfassung 2017

Sven Regener: Herr Lehmann (2001)

Die erste Szene: Am Morgen nach der Nachtschicht am Tresen stellt sich dem übermüdeten Frank Lehmann ein störrischer Hund in den Weg. Ob Hunde wohl Whisky mögen? – Regeners Romandebut spielt in Berlin-Kreuzberg 1989 (also kurz vor der Wende) im Milieu der Künstler, Herumtreiber und Randexistenzen, der Biertrinker und -verkäufer. Er bietet jede Menge lustiger Szenen, schräge Figuren und kunstfertige Dialoge, die sich um so zentrale Themen drehen wie Sprache (was ist genau ›Lebensinhalt‹?), Zeit (vergeht sie schneller, wenn man betrunken ist?) und die Bedeutung der Kruste beim Schweinebraten. Es wird also philosophiert, gestritten, gearbeitet, Kunst gemacht und ausgegangen. So sieht ein Dasein aus, dazu hat man Zeit, solange noch nicht klar ist, wie es im Leben weitergehen soll resp. was man überhaupt mit seinem Leben anstellen will. Loyalität zu den Freunden ist oberstes Gebot, auch wenn sie einem furchtbar auf den Geist gehen. Und dann kommt auch noch die Liebe. Zu Kathrin, der schönen, sperrigen Köchin. Und die Eltern kommen auch. Aus der Provinz. Großes Theater, das alles. Bild: Christian Ulmen und ein Hund in der Verfilmung von Leander Haußmann 2003.

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Rezensionsübersicht

Rezension FAZ 2001

Blogrezension 2001

Trailer der Verfilmung durch Leander Haußmann 2003

Frank diskutiert mit Kathrin über ›Lebensinhalt‹ und ›betrunkene Zeit‹ (Ausschnitt aus der Verfilmung 2003)

Hermann Hesse: Demian (1919)

Der Schuljunge Emil Sinclair kämpft mit seinen inneren Dämonen, die seine bisher heile Kinderwelt bedrohen und die ihn locken. Er muss sich vom Elternhaus lösen, seiner Selbst bewusst werden, seine erste Liebe überwinden, seine Triebe kennenlernen, kurz: mit sich selbst Bekanntschaft schließen. Jedes der Kapitel steht für eine neue Phase, eine weitere Häutung. Auf dem Weg zu sich selbst begegnet ihm der gleichaltrige Demian als eine Art Mentor, Lotse und Spiegelung. Der Roman »handelt von einer ganz bestimmten Aufgabe und Not der Jugend, welche freilich mit der Jugend nicht aufhört, aber doch sie am meisten angeht. Es ist der Kampf um die Individualisierung, um das Entstehen einer Persönlichkeit. […] Der ›Demian‹ zeigt gerade jene Seite im Kampf um die werdende Persönlichkeit, die den Erziehern die umbequemste ist. Der werdende junge Mensch, wenn er den Drang zu starker Individualiserung hat, wenn er vom Durchschnitts- und Allerweltstyp stark abweicht, kommt notwendig in Lagen, die den Anschein des Verrückten haben. […] Es gilt nun nicht, seine ›Verrücktheiten‹ der Welt aufzuzwingen und die Welt zu revolutionieren, sondern es gilt, sich für die Ideale und Träume der eigenen Seele gegen die Welt so viel zu wehren, daß sie nicht verdorren.« (Hesse in einem Brief an Marie-Louise Dumont) (Bild)
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Inhalt & Lesermeinungen

Der ganze Text

Präzise Inhaltsangabe der ersten sieben Kapitel

Essay zu Hermann Hesses Werk und Einfluss ZEIT 2012

Hörspiel (vollständig) 2016

Christian Kracht: Faserland (1995)

»Alle sind tätowiert, wie ja inzwischen fast jeder in Deutschland.« – »Das passiert oft bei ganz reichen Leuten, daß sie so ins Hippietum abdriften.« – »Frankfurter Mädchen haben immer so eine Selbstverständlichkeit, die man nirgendwo sonst in Deutschland findet.« – Ein schnöseliger wohlhabender Endzwanziger reist durch Deutschland und weiter bis in die Schweiz. Auf den acht Stationen (das entspricht acht Kapiteln) trifft er Freunde und Bekannte, alle auf Koks, alle auf Party, alle am Ende. Ein Streifzug durch eine materialistisch dekadente, oberflächliche Welt des »markenbewußten Nihilismus« (FAZ), auf die der Protagonist mit Verachtung und Ekel (Selbstekel) blickt. Krachts mit spitzer Feder verfasster Roadtrip entwirft ein düsteres Zerrbild der saturierten Neunzigerjahre und gilt als Aushängeschild der sogenannten ›Popliteratur‹.

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Kapitelübersicht

Inhalt & Kommentar

Analyse & Rezeptionsgeschichte (Seminararbeit 2001)

Rezension FAZ 2002

Rezension SPIEGEL 1995

Blogrezension 2002

Blogrezension 2013

Blogrezension 2006

Interview mit Kracht, WELT 2009

Interview mit Kracht 2008

Sven Regener: Wiener Straße (2017)

Kreuzberg, Westberlin, 1980. Das Leben findet hauptsächlich in der Kneipe statt, egal ob man gerade Putze, Künstler, Punk oder arbeitslos ist. Das Kosmos, das der Autor hier entwirft, ist fiktiv-historisches Abbild seiner frühen Berliner Jahre, als Westberlin noch vom Osten (DDR) umgeben war. Regener hat diesen Kosmos, dieses doppelt geschützte Biotop hinter Mauern in mehreren Romanen bis ins kleinste Detail entwickelt, angefangen mit ›Herr Lehmann‹ (2001). Besonders authentisch und präzise ist die Sprache seiner Figuren, die man einfach mögen muss, weil sie derart in ihrem eigenen Orbit drehen und sich trotz ihres zumeist simplen Wesens gerne und oft philosophische Gedanken über die Welt machen. Sehr unterhaltsame Lektüre für Freunde der Randexistenzen, der für immer vergangenen Nische West-Berlin und der Sprachkunst. (Bild)

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Leseprobe

Regener liest einen Abschnitt vor

Rezensionsübersicht

Rezension SZ 2017

Rezension Berliner Zeitung 2017

Inhalt und Hintergrund SRF 2017

Interview ZEIT 2017

Interview Youtube 2017

Regener stellt den Roman vor 2017

Bericht ZDF  2017

noch’n Interview

Thomas Mann: Tonio Kröger (1903)

Von einem, der auszieht, um Künstler zu werden. Der 14-jährige Tonio, feinsinnig und bisexuell, wähnt sich als ein Außenseiter und sucht nach einer Identität jenseits des Mainstream. Die Sehnsucht nach dem warmen Leben und der Anspruch, als Künstler und Intellektueller einen steinigen Weg zu gehen: Dieser Widerspruch stellt sich Tonio in den Weg, diese Hürde muss er nehmen. »Das Gefühl, das warme, herzliche Gefühl ist immer banal und unbrauchbar, und künstlerisch sind bloß die Gereiztheiten und kalten Ekstasen unseres verdorbenen, unseres artistischen Nervensystems.« Thomas Mann verarbeitete viel Autobiographisches in dieser so schmalen wie dichten Novelle. (Bild)

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Inhalt, Analyse & Interpretationsansätze

Figurenlexikon

Hörbuchfassung, gelesen von Thomas Mann

Peter Handke: Die linkshändige Frau (1976)

»Meint, was ihr wollt. Je mehr ihr glaubt, über mich sagen zu können, desto freier werde ich von euch… Wenn mir in Zukunft jemand erklärt, wie ich bin – auch wenn er mir schmeicheln oder mich bestärken will – werde ich mir diese Frechheit verbitten.« Eine dreißigjährige Frau verlässt ihren Mann, um sich mit ihrem gemeinsamen Kind alleine durchzuschlagen.« Der Ausbruch gestaltet sich schwierig, die Frau scheitert im Grunde. Aber sie hat sich behauptet, hat etwas verändert. Handkes Hauptthema ist Einsamkeit und Isolation, die Unfähigkeit zu einem Dialog, zu Gesprächen und Gesten, die sich wirklich aufeinander beziehen. Alle reden, keiner antwortet dem anderen. Bild: Edith Clever in der Hauptrolle der Verfilmung durch Handke selbst 1978.

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Zu Handkes Schreibmethodik

Entstehungsgeschichte

Rezension ZEIT 1976

Rezension SPIEGEL 1976

Blogrezension

Trailer der Verfilmung (Regie: Peter Handke, 1978)

Botho Strauß: Paare, Passanten (1981)

In vielen kleinen Beobachtungen, Erzählungen, Beschreibungen und Analysen setzt Botho Strauß ein facettenreiches Mosaik unserer Medien- und Konsumgesellschaft zusammen. Er beobachtet Paare wie Passanten, beschreibt das menschliche Miteinander genauso wie die Vereinsamung des Einzelnen in der Masse, befasst sich mit den Umgangsformen und der Sprache, die sie begleitet. Er kritisiert die »allgemeine, gottverdammte Fick- und Ex-Gesellschaft«, in der die Partnersuche nur der eigenen Eitelkeit dient, das Aussehen zum Marktwert und die Liebe zu einem Tauschobjekt verkommen sind, eine Mediengesellschaft mit einer Flut an simultanen, globalen Informationen, in der die Orientierung verloren ging. (Bild)

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Inhalt & Kommentar

Rezension ZEIT 1981

Rezension SPIEGEL 1981

Werkportrait von Botho Strauß